Navajeevan Bala Bhavan

Navajeevan Bala Bhavan heißt wörtlich übersetzt „Neues Leben Kind Haus“. Damit sind eigentlich schon die wichtigsten Punkte genannt: die Organisation will Straßenkindern ein neues Leben schenken, indem es die Grundbedürfnisse abdeckt (ein Dach über dem Kopf, Essen, Kleidung, medizinische Versorgung und Schutz). Um ihnen eine Perspektive bieten zu können, ermöglicht Navajeevan den Kindern in gewissem Maße Bildung und sieht die Resozialisierung der Kinder als essentielle Aufgabe.

Die Kinder sind meist Waisenkinder oder von Zuhause weglaufen – aus Hungersnot, Armut oder Angst vor Gewalt.

Navajeevan hat eine Vielzahl von Projekten, die auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet sind. Aufgrund der Lage unterteilen wir Freiwillige diese in Außen- und Stadtprojekte. In den Außenprojekten wohnen die Freiwilligen unter der Woche und kommen am Wochenende zurück in die Stadt.

Stadtprojekte

1) Street Presence

Bei diesem Projekt sind Mitarbeiter auf dem Bahnhof von Vijayawada und in den Straßen in dessen Umkreis präsent. Viele Kinder kommen hier mit dem Zug an oder laufen dorthin, weil der Bahnhof ein zentraler Ort in Vijayawada ist. Die Mitarbeiter von Child Line sprechen hier die Kinder an, die verlassen, verängstigt und verarmt aussehen und bieten ihnen Hilfe an. Die Freiwilligen laufen hier mit den Mitarbeitern durch das gesamte Bahnhofsgelände mit, um hilfsbedürftige Kinder zu finden.

2) Shelter

Der Shelter ist die Erstaufnahmestelle für die Kinder. Hier werden so viele Daten wie möglich von ihnen aufgenommen und dort bleiben sie, bis feststeht, wo sie wohnen können. Manche Kinder gehen auch wieder zurück nach Hause nachdem Kontakt mit ihren Eltern aufgenommen wurde. Andere werden dann einem anderen der folgenden Projekte von Navajeevan zugeteilt. Die Freiwilligen unterrichten hier Englisch und Mathe als Grundlage für das, was auf die Kinder danach zukommt. Hierbei sind vor allem die Altersunterschiede und enormen Unterschiede im Sprachverständnis Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Am Nachmittag machen die Freiwilligen „Games-Time“ mit den Kindern, also spielen Ballspiele, Kartenspiele, ein indisches Brettspiel, …

3) Lilly Moggas

„Moggas“ werden die Jungs in einem Internat genannt, die aber eine öffentliche Schule besuchen. Die Lilly Moggas sind Jungs im Alter von 9-11 Jahren, die mit einer „Amma“ (Pflegemutter) in einem kleinen Haus wohnen. Sie besuchen bis zum Nachmittag die Schule und anschließend machen die Freiwilligen auch hier „Games-Time“ mit ihnen. Meistens spielen sie auf einem Schulhof in der Nähe mit dem Ball, machen Klatschspiele o.ä.

4) Yuva Bhavan

Yuva Bhavan heißt wörtlich übersetzt „Junges Haus“ und ist sozusagen die „Zentrale“ von Navajeevan. Hier sind die Büros der Mitarbeiter und die große Küche, die für viele Projekte in der Stadt das Essen bereitstellt. Auch halten sich dort oftmals die Fathers auf, weil hier ihre Büros sind, sie ihre Mahlzeiten einnehmen oder Gottesdienst machen. Auch wir Freiwilligen bekommen hier unser Essen. Zudem wohnen in dem Haus die College Boys, also die Navajeevan-Jungs, die die High School schon abgeschlossen haben und nun auf das College gehen. Außerdem ist hier auch noch die Krankenstation, auch „sick room“ genannt, wo alle Kinder aus den Projekten hinkommen, die krank sind. Dort werden sie versorgt und wenn nötig von den Mitarbeitern ins Krankenhaus begleitet. Am Anfang habe ich hier auch einige Tage gearbeitet.

5) BVK (Bala Vikasa Kendra)

Das BVK ist ein Ausbildungszentrum für junge Frauen (und manchmal auch Männer), die hier eine Lehre machen können. Es gibt die Beauticians, die zu Kosmetikern ausgebildet werden, die Computers, die zu Computerfachkräften ausgebildet werden und die Tailors, die Schneider werden wollen. Damit will Navajeevan den Frauen eine Perspektive und Sicherheit durch einen Beruf geben, in dem sie arbeiten können. Die Freiwilligen unterrichten hier alle 3 Klassen in Englisch. Hier arbeite auch ich am Vormittag, zusammen mit Vera – einer Freiwilligin aus Österreich.

6) RVTC

Das RVTC bietet Ausbildungsmöglichkeiten für junge Männer in den Bereichen Mechatronik und Elektrotechnik. Die Jungs wohnen dort zusammen und werden entweder noch ausgebildet oder arbeiten sogar schon zeitweise. Für ihren Weg in die Arbeitswelt brauchen aber auch sie ein gewissen Grundverständnis in Englisch. Die Freiwilligen unterrichten am Abend immer Englischstunden. Hier arbeite ich ebenfalls und versuche mit meinen Kenntnissen aus der Schule ihnen etwas mitzugeben.

[7) Don Bosco R.C.M School]

Das Projekt gehört eigentlich nicht direkt zu Navajeevan Bala Bhavan. Da die Schule aber auch zu Don Bosco gehört, liegt die Verbindung nahe. Der Direktor hat dieses Jahr den Leiter von Navajeevan gebeten Freiwillige zu schicken, um in der English School auszuhelfen. Hier arbeite ich am Nachmittag und unterrichte die ganz Kleinen (3 und 4-jährige). Da die Kinder noch so jung sind, ist es eher wie Vorschule mit ABC-Klassen Usw.

Außenprojekte

1) Chiguru

Das Chiguru liegt am Stadtrand von Vijayawada, direkt am Ufer des Krishna River. Hier wohnen Jungen und Mädchen von ganz klein bis jugendlich zusammen auf einem großen Gelände. Dort verortet ist auch eine eigene Schule, in der die Kinder tagsüber unterrichtet werden. Am Nachmittag gibt es auch hier Games-Time. Die Kinder schlafen verteilt auf verschiedene Häuser und treffen sich zu besonderen Mahlzeiten. Auf dem Gelände gibt es Buffalos, Tauben, Hasen und andere Tiere. Außerdem gibt es dort eine Bäckerei. Die Freiwilligen leben hier den Tag mit, aber ihre Hauptaufgabe ist es vor allem in der Schule mit zu unterrichten.

2) Vimukthi

Das Vimukthi ist ein Wohnort für schwer erziehbare und ehemals suchtkranke Jungs, denen dort der Weg in die Gesellschaft geebnet werden soll, indem ihnen bestimmte Werte und Regeln mitgegeben werden. Auch auf diesem Gelände gibt es Buffalos, Schafe und Hunde. Außerdem gute Möglichkeiten um typisch indisch ein bisschen Kricket zu spielen. Die Freiwilligen leben den Alltag mit und beschäftigen die Jungs mit bestimmten Aktionen und ein bisschen Englischunterricht.

3) Deepa Nivas

Im Deepa Nivas leben die Kinder auch auf einem großen Gelände zusammen und gehen tagsüber in die nahegelegene Schule. Dieses Projekt nimmt vor allem Rücksicht auf Kinder mit bestimmten Einschränkungen, wie zum Beispiel Gehörlosen. Die Freiwilligen leben und gestalten auch hier den Alltag mit.

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