Ein kleiner Krankenhausaufenthalt

Nun bin ich schon einen guten Monat hier und jetzt steht auf meiner Erfahrungsliste auch eine Behandlung in einem indischen Krankenhaus…

Tobias, ein Mitfreiwilliger von mir, hat 3 Tage lang Fieber und Halsschmerzen gehabt und sich einfach nicht gut gefühlt. Er hat zwar Fiebersaft und Halsschmerztabletten genommen, aber richtig besser wurde es nicht. Außerdem hatten wir einen Verdacht auf eine Angina, sodass eine medizinische Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten uns schon sinnvoll erschien.

In Indien geht man aber eigentlich nicht einfach so in eine Arztpraxis, davon gibt es nämlich recht wenige. Stattdessen sind Tobi und ich also am Sonntag in das St Ann’s Hospital in Vijayawada gefahren worden.

Nachdem die Security am Tor entschied uns hineinzulassen und wir endlich den Weg in die Notaufnahme gefunden hatten, standen wir in einem Hauseingang. Von dort gingen drei Türen ab: die Notaufnahme für die Männer nach rechts, die für die Frauen nach links und ein Zimmer geradezu war das Arztzimmer. Da niemand davor stand, konnten wir einfach hineingehen. Die Ärztin fragt, was das Problem sei und wo Tobi Schmerzen hat. Außerdem wollte sie wissen, was wir ihm schon für Medikamente gegeben haben. Ich hatte sie mitgebracht und sie hat einen kurzen Blick darauf geworfen. Dann hat sie drei Medikamente aufgeschrieben und uns ein Bett für Tobi zugewiesen.

Eine Krankenschwester hat dann Fieber gemessen (leider war die Angabe in Fahrenheit), Puls, Blutdruck und auch Blutzucker. Anschließend wurde ich als Begleitperson angewiesen einige Daten zu Tobi anzugeben (der Name seines Vaters, Adresse und warum ich ihn begleite). Und dann ging es um die Medikamente…

Nachdem die Ärztin uns die Medikamente aufgeschrieben hat, habe ich einen anderen Mitfreiwilligen angerufen und ihn gebeten kurz nachzuschauen, was uns verschrieben wurde (und die Fahreheit-Zahl umzurechnen). Tobi sollte ein Antibiotikum, ein Schmerzmittel und ein recht aggressives Entgiftungsmittel bekommen. Für letzteres sahen wir drei allerdings keine Notwendigkeit.

Also bin ich mit der Liste der Medikamente zur krankenhauseigenen Apotheke gelaufen, musste mich anstellen, habe eine Rechnung bekommen und dann wurde die Anzahl der Tabletten abgeschnitten und für mich eingepackt. Anschließend sind wir wieder gegangen, da niemand uns weitere Anweisungen gegeben hatte.

Für die beiden Medikamente haben wir übrigens 100 Rupees bezahlt: für das Antibiotikum 80 Rupees (~1,00€) und für das Schmerzmittel 20 Rupees (~25 Cent). Zusätzlich gab es noch Behandlungskosten von 250 Rupees (~3,00€)

Das Krankenhaus war sauber und ordentlich. Ich persönlich war allerdings verwundert, dass wir weder eine richtige Diagnose für Tobis Krankheit bekommen haben, noch genauere Anweisungen zur Einnahme der Medikamente. Außerdem hätte ich gedacht, dass die Ärztin sich vielleicht Tobis Hals genauer anschaut, nachdem er Halsschmerzen mit angegeben hatte. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass einiges recht willkürlich geschah. Trotzdem sind wir dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten, eine Behandlung im Krankenhaus zu bekommen und so sollte es Tobi auch bald besser gehen!

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