Festvielfalt: Diwali und Children‘s Day

Ich denke, ich hatte schon mal erwähnt, dass hier öfter Feste gefeiert werden, als ich es aus Deutschland gewohnt bin. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Feste von drei Religionen berücksichtigt werden: Hinduismus, Christentum und Islam. Diese Religionen sind in Indien am stärksten vertreten und das wird auch im Hinblick auf offizielle Feiertage respektiert. So hatten wir schon Ferien wegen Dussera oder freie Tage wegen Allerheiligen/Allerseelen und Ashura.

Da der Hinduismus aber immer noch den größten Teil ausmacht und es für die Hindus viele Gründe gibt zu feiern, erleben wir hauptsächliche hinduistische Feiertage. Diese dauern auch teilweise über einen längeren Zeitraum an. Vinayakachavithi feiert beispielsweise die Geburt des Gottes Ganeshas und dauert zwischen 6 und 11 Tagen. Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Inder es lieben Feste zu feiern!

Letzte Woche wieder haben wir das hinduistische Lichterfest Diwali (Hindi) bzw. Deepavali (Telugu) gefeiert. Dabei sollen die vielen Lichter in der Stadt die bösen Geister vertreiben. Dazu wurden überall viele Kerzen entzündet. Vor allem die typischen Diwali-Kerzen, die Diya genannt werden und in kleinen Tontöpfchen überall massenweise erhältlich waren. Die Kinder in meiner Schule haben sie einige Tage zuvor sogar selbst geformt und bemalt!

Außerdem werden viele Lichterketten aufgehängt und natürlich darf auch ein riesiges Feuerwerk nicht fehlen. Da das Feuerwerk von vielen hier in der Stadt sehr ernst genommen wurde, war es dementsprechend laut. Am Abend vor dem Zubettgehen haben wir unser eigenes Wort nicht mehr verstanden. Das hätte sicherlich nicht nur die Geister vergrault…

Ich habe an den Feierlichkeiten im Chiguru, einem unserer Projekte, teilgenommen. Die Freiwilligen dort vor Ort haben ein Gebet und das Feuerwerk organisiert. Dabei saßen alle 100 Kinder um einen Kreis aus Lichtern, in deren Mitte eine Landkarte von Indien war. Jeder einzelne indische Bundesstaat war mit Farbpulver gekennzeichnet und eine Kerze wurde in die Mitte des Staates gestellt. Die Atmosphäre war wunderschön und beruhigend. Ich habe den Abend sehr genossen!

Für die Kinder war das Feuerwerk natürlich das größte, vor allem, als sie danach selbst ein bisschen Böllern durften. Ich habe mich eher nur an die Wunderkerzen herangewagt…

Ein anderer Feiertag folgte direkt eine Woche später am 14. November. Dieser Tag ist offizieller Children’s Day.

Im BVK, dem Ausbildungszentrum für junge Frauen gegen Kinderarbeit, sind wir am Morgen zu einer Halle gelaufen, wo Navajeevan eine Unterschriftensammlung initiiert hatte, bei der es um den Kampf gegen Kinderarbeit geht. Kinderarbeit ist in Indien ein wichtiges Thema, denn global gesehen hat Indien mit die meisten Fälle von Kinderarbeit. Schätzungen gehen von 60 bis 115 Millionen Kindern aus (Quelle: UNICEF).

Währenddessen hatten die Kinder in meiner Englisch-Schule am Nachmittag einen Verkleidungswettbewerb. Als ich ankam, waren schon alle mitten im Schminken, Verkleiden und erneutem Üben ihres Verses zum Aufsagen. Die Aufregung war greifbar, schließlich gab es ja einen Gewinner! Im Gänsemarsch sind wir dann in einen nahegelegenen Veranstaltungsraum gelaufen.

Dort durfte nach und nach jedes Kind sein Kostüm vorstellen und seinen eingeübten Vers oder kurzen Auftritt vorführen.

Den Kindern hat die ganze Show wahnsinnigen Spaß gemacht und sie haben es richtig genossen mal in eine andere Rolle zu schlüpfen.

Ich finde es toll, hier so viele Feiertage und Feste erleben zu dürfen! Jedes Mal erlebt man eine neue spannende Art, wie sich die Stadt auf das Fest vorbereitet und wie dann auch gefeiert wird. Ich freue mich schon auf das Nächste!

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