Meine Vorbereitung auf Weihnachten in Indien

Weihnachten steht vor der Tür; nur dass meine Tür dieses Jahr ganz anders aussieht.

Mir war klar: Weihnachten wird von Grund auf verschieden sein. Keine Weihnachtsbäckerei, kein Weihnachtsmarkt, kein Weihnachtsbaumkauf inklusive des familiären Schmückens, kein Schnee (oder wenigstens Kälte), keine entspannten Tage mit meinem Bruder auf der Couch, kein geheimnisvoller Heiligabend, …

Aber ich freue mich auch auf dieses ganz andere Weihnachten! Und dass ich hier doch einiges an Weihnachtsstimmung auffangen kann, liegt vor allem an meiner Mama. Pünktlich zum ersten Dezember lag eine riesige Überraschung bereit, als ich nach Hause kam: ein Paket von Daheim! Ich habe sofort meine Mama angerufen und mit ihr meine Freude zu teilen, aber sie meinte, dass ich es schon auch aufmachen muss (was ich bis dahin noch nicht gemacht hatte, weil ich glaubte, darin seien Weihnachtsgeschenke) Tatsächlich war ein Adventskalender drin! 24 gewissenhaft eingepackt und liebevoll durchdachte Päckchen, die jetzt Tag für Tag alles weihnachtlicher machen. Ich werde hauptsächlich mit Weihnachtsspezialitäten von Zuhause versorgt: Kekse, Spekulatius, Lebkuchen, Leuchtsterne, Lichterketten und sogar ein Mini-Weihnachtsbaum! Wir sind alle bemüht ein bisschen Weihnachten nach Indien und in unsere Wohnung zu tragen.

So haben wir gemeinsam schon ein gemütliches Weihnachtsbeisammensein verbringen können. Die Jungs haben Punsch selbst zusammengekocht aus frischen Zimtsternen und Orangen, die Kekse und Lebkuchen von Mama wurden gemeinsam genossen und wir haben natürlich die Weihnachtslieder ausgepackt! Es war unfassbar schön die Gemeinschaft in der Vorweihnachtszeit auch hier so zu spüren.

Steffi und ich haben am ersten Adventssonntag die Initiative ergriffen und einen Adventskranz gebastelt. Da ja sowieso Bastel-Sonntag war, waren wir eh schon in der Stimmung. Auf der Straße haben wir Palmenblätter geklaut, Bananenblätter für ganze 3 Rupees erstanden und haben dann aus einem alten indischen Reisig-Besen und ein paar Dekorationen, die wir gefunden haben, einen Kranz gemacht. Nun singen wir zu jedem Advent alle gemeinsam „Wir sagen euch an…“ und zünden die Kerzen an unserem speziellen Kranz an.

Außerdem hat Markus in den Tiefen der Volo-Flat einen Plastik-Weihnachtsbaum gefunden, den wir mit indischen Weihnachtsschmuck dekorieren konnten.

Im Shelter, der Erstaufnahmestelle, ist auch schon das weihnachtliche Bastel-Fieber ausgebrochen. Die Jungs dort werden immer mit dem Basteln der Grußkarten beauftragt und haben so 300 glitzernde und funkelnde Karten angefertigt. Natürlich haben wir auch helfen dürfen! Außerdem haben wir mit den Jungs kleine Weihnachtsbäume gebastelt als Dekoration. Die schmücken auch schon unsere Wand.

In meiner Schule wird auch schon kräftig ein Tanz für das Weihnachtsprogramm geübt.

Meine Tage vor und an Weihnachten sind bereits mit Einladungen zu den Programmen der Projekte gefüllt und auch die kleine Weihnachtsfeier von uns Freiwilligen wird geplant. Dass ich aber jeden Tag ein bisschen mehr in Weihnachtsstimmung komme, liegt vor allem an der Überraschung von meiner Mama. Danke an die beste Mama, ich hab dich sooooo lieb!

Ich bin wirklich gespannt, wie mein Weihnachten in Indien wird, aber ich bin mir sicher, dass wir alle gemeinsam ein tolles und vor allem ganz besonderes Fest verbringen werden!

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