Unser Wochenendausflug nach Araku

Nach dem Volunteers‘ Meeting hatten wir noch einen Wochenendausflug nach Araku geplant. Zum einen lag unser letzter gemeinsamer Ausflug schon eine Weile zurück und zum anderen hatte uns Markus diesen Ort sehr empfohlen bevor er zurück nach Österreich geflogen ist. Dabei war es dann natürlich auch nur naheliegend, dass die Hyderabad Freiwilligen auch mitkommen und wir noch eine entspannte Zeit zusammen verbringen können.

Nachdem das Meeting am Sonntagabend bei einem gemeinsamen Essen beendet war, konnten wir noch eine Nacht in Vizag bei Navajeevan verbringen bevor es am Montag zu früher Morgenstund mit dem Zug weiterging. Während die vier Jungs im Projekt Shelter unterkamen, wurden wir zehn Mädchen ein paar Straßen weiter in einen anderen Haus untergebracht.

Dann fanden wir uns in einem einfachen Zimmer mit zwei Betten und einem Bad wieder. Ich habe da wieder gemerkt, dass ich wirklich schon eine Weile in Indien lebe. Zunächst war nicht klar, ob uns nur dieses eine Zimmer für alle zehn Mädchen zur Verfügung steht. Trotzdem haben alle schon gesagt: naja, selbst wenn, das ist kein Problem, wir bekommen das schon irgendwie hin.

Ja, das bekommen wir schon irgendwie hin. So ist das hier immer und ich genieße es sehr! Irgendwie geht es immer gut aus und darauf kann man sich immer verlassen, ganz gleich in welcher Situation.

Am Ende haben drei von uns auf dem Boden des Balkons geschlafen und zwei auf dem Boden im Flur. Im Zimmer selbst haben wir einfach eine Matratze auf den Boden gelegt, sodass einer auf dem holz des Bettgestells schlafen konnte, zwei haben auf der Matratze auf dem Boden gekuschelt und zwei hatten eine kuschelige Nacht auf dem zweiten Bett. Alles kein Problem.

Am Montagmorgen haben wir die Jungs dann wiedergetroffen, die letzte Nacht etwas weniger gekuschelt hatten als wir und sind in den Zug gestiegen. Schon während der Zugfahrt haben sich riesige Täler und Waldflächen vor uns aufgetan, was wir so aus Indien eher weniger kannten.

Araku ist vor allem auch ein Urlaubsort für Inder. Wir waren also dieses Mal endlich nicht mit allen anderen Ausländern die Touristen, sondern mit den anderen Indern. Nachdem wir unser Hotel gefunden hatten (dieses Mal nur vier Leute auf drei Schlafplätze – ja, den Luxus gönnen wir uns manchmal) und uns noch ein spätes Mittagessen genehmigten (der Zug hatte natürlich Verspätung), haben wir das Kaffeemuseum besucht.

Neben einer Einführung über Kaffee, waren wir vor allem nach so langer Zeit endlich mal wieder an richtigen Kaffee interessiert! Der gewöhnliche Kaffee der Inder besteht hauptsächlich aus Milch und Zucker und mit ein wenig Kaffeepulver hineingeschüttet. Ich akzeptiere das nicht wirklich als Kaffee und so bestanden vor allem alle Kaffeeliebhaber darauf, an diesem Ort ein wenig länger zu bleiben.

Den Abend haben wir entspannt mit guten Gesprächen, Henna malen und Gitarrenspiel und den klassischen Volo-Hits ausklingen lassen. (Wenn ihr mal „Vo Mellau bis ge Schoppornou“ googlet, dann wisst ihr, was ich hier für einen Kulturschock der deutschen Sprache erlebe)

Am Dienstag haben wir dann die Höhlen besucht. Der Father, der Direktor von Navajeevan ist, hatte uns schon davor gesagt, dass wir unbedingt zu den Höhlen gehen müssen um ihm danach zu berichten, ob die schöner sind als die Höhlen in Deutschland und Österreich. Nach einer abenteuerlichen Busfahrt fanden wir uns dann in irgendwelchen Bergen wieder. Die Höhlen waren tatsächlich überraschend sehenswert, aber für mich persönlich eigentlich nur, weil ich sowas an diesem Ort einfach nicht erwartet hätte. Die Höhle war doch größer als gedacht und überall mit bunten Lichtern bestrahlt. Die bunten Lichtern haben mich dann auch immer wieder daran erinnert, dass ich noch in Indien bin. Und auch die Tatsache, dass die coolen Bauarbeiterhelme und Taschenlampen, die man in den Rübeländer Höhlen im Harz bekommt, gefehlt haben.

Bevor wir wieder in den Zug nach Hause steigen mussten, sind wir noch ein trockenes Flussbett entlang gestiefelt und haben einen ruhigen und schönen Platz gefunden, um den kurzen Ausflug ausklingen zu lassen.

Der Plan für die Rückfahrt war eigentlich, dass wir einen Zug zurück nach Vizag nehmen, dort vier Stunden Zeit für ein nettes Abendessen haben und dann über Nacht zurück nach Vijayawada fahren.

In den Nachtzügen hat jeder ein Bett. Der Flo passt in Seins aber nicht ganz rein 😉

Naja mit Plänen kann man es hier eigentlich auch lassen. Der Zug nach Vizag hatte so viel Verspätung, dass wir 5 min Zeit hatten zu unserem Vijayawada-Zug zu sprinten. Die Hyderabad-Freiwilligen hatten ihren Zug mittlerweile schon verpasst. So haben sie spontan die Entscheidung getroffen, erstmal mit uns nach Vijayawada zu kommen. Damit hatten wir allerdings zu wenig Betten auf zu viele Leute. Also habe ich eine Erfahrung mehr gemacht, nämlich ein Bett im indischen Zug mit zwei Leuten zu besetzen. Es war – naja – eng. Aber es ging natürlich alles irgendwie.

Unsere Vijayawada-Hyderabad-Volo-Gruppe

Es war dann aber auch wieder schön durch die Straßen Vijayawadas zu laufen und dann nach dem aufregenden Ausflug auch wieder im Chiguru mit den Kindern Zeit zu verbringen.

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