Letzter Erkundungsurlaub in Indien I

Da ich mir das Jahr über 30 Tage Urlaub auf drei Zeitspannen verteilt nehmen muss, wurde es nochmal Zeit das mit einem dritten und letzten Urlaub abzuschließen. Ich finde es vor allem wichtig Urlaub zu nehmen, um das Land kennenzulernen. Indien ist so unfassbar vielfältig, jede Ecke des Landes hält was anderes – was neues – bereit. Und um sagen zu können, dass ich ein Jahr in Indien gelebt habe, sollte ich das Land auch ein wenig kennen und nicht nur meine Ecke in Andhra Pradesh.

Eigentlich wollte ich nochmal mit Debora in den Urlaub fahren, denn wir waren beim ersten Urlaub wirklich das perfekte Team! Allerdings überschnitten sich unsere möglichen Tage für den Urlaub nicht und so bin ich mit Lilli und ihrer Freundin Teresa, die aus Deutschland zu Besuch ist, aufgebrochen.

Die letzten Wochen waren nicht einfach für mich. Ich musste mich von zwei Freiwilligen und vor allem guten Freunden verabschieden, die den Weg zurück nach Hause verfrüht antreten mussten. Flo und Trijntje sind mittlerweile zurück in Österreich und den Niederlanden. Da Justus kurzfristig nochmal das Projekt gewechselt hat, werde ich nach meinem Urlaub außerdem allein im Chiguru sein. Zudem steht es an, einige Entscheidungen und Vorkehrungen zu treffen für meine Zeit nach Indien. Ich denke gerade sehr viel über das Zurückkommen nach Deutschland nach.

Der Urlaub war für mich also auch eine Art „Wegrennen“, was ich gerade gebraucht habe und was mir Zeit und Luft zum Nachdenken und Sortieren gibt.

Dieses Mal führte unsere Route mich durch den Nordosten Indiens. Damit hatte ich dann bereits den Süden, den Nordwesten und den Nordosten Indiens abgedeckt. Aber natürlich habe ich noch lange nicht alles gesehen…

1. Stopp: Kalkutta

Ich wollte unbedingt nach Kalkutta! Als meine Mama vor fast zwei Jahren hörte, dass ich nach Indien gehe, war sie so glücklich zu hören, dass ich im Land von Mutter Teresas Wirken leben werde. Meine Mama beeindruckte ihre Arbeit schon in meinem Alter und da sie nie die Möglichkeit hatte nach Kalkutta zu Mutter Teresa fahren, war es mir eine Ehre, das jetzt für sie zu übernehmen.

Wir besuchten das Kloster, in dem sie dann als Schwester ihren Orden richtig aufgebaut hatte und wo sie nun auch begraben liegt. Ich kann es nicht beschreiben, aber von ihrem Handeln an diesem Ort zu lesen und die Wärme der Schwestern ihres Ordens selbst heute noch zu spüren, war unfassbar bewegend. Dort zu sein, war sehr beruhigend und hat einen großen Drang ausgelöst, zu versuchen ihre guten Taten weiterzuleben.

Mutter Teresas Grabstätte

Anschließend sind wir noch mit den Schwestern in den Pfingstgottesdienst gegangen und konnten in dieser großen Stadt ein wenig herunterkommen und die Gemeinschaft und den Glauben von Pfingsten erleben.

Zudem haben wir in Kalkutta noch das Victoria Memorial besucht und haben die berühmte Howrah Bridge bei Nacht. überquert.

Außerdem faszinierten mich die gelben Taxis, die aussahen als wären sie einem anderen Jahrzehnt entsprungen und in Kalkutta die Rikscha ersetzen. (Trotzdem habe ich mich auch schon auf meine grün-gelben Rikschas in Vijayawada gefreut)

2. Stopp: Darjeeling

Weiter ging es zum Ort, wo der Tee herkommt. Der Zug hat uns allerdings nur bis auf eine bestimmte Höhe gebracht und ab dort mussten wir in einen wackligen Bus steigen und hatten die Fahrt unseres Lebens. Fünf Stunden lang ging es aufwärts, bei jeder Kurve erneut die kurze Schrecksekunde, ob nicht doch ein Auto entgegenbraust und frontal in uns reinkracht. Sicherlich bin ich das vom indischen Verkehr gewohnt, aber aufgrund von Platzmangel saß ich auf der erhitzten Motorabeckung direkt neben dem Busfahrer und wäre wahrscheinlich als erstes durch die Scheibe geflogen.

Der Held unserer Busfahrt: der Fahrer

Oben angekommen hatten Lilli und ich ein großes Problem. Wir haben gefroren. So sehr gefroren, dass es kaum auszuhalten war. Ich habe mit zwei Pullovern unter zwei riesigen Wolldecken geschlafen und mir war trotzdem noch kalt. Es waren ja auch nur 20 Grad! Was weniger als die Hälfte von dem ist, was ich gewohnt bin. Teresa hat uns ausgelacht.

Tagsüber waren wir nur wandern. Dort wo unsere Beine uns hintrieben. Wir waren an einer beeindruckenden buddhistischen Tempelanlage (Gebetshügel), spazierten die Berge hoch und runter, besuchten eine tibetische Flüchtlingsschule, liefen durch Teeplantagen und tranken natürlich auch viel Tee.

In einem Höhlen-Tempel

Über den Wolken…
In den Teeplantagen
Was für ein Ort für eine Teepause..!

Rundum ein entspannter Ort mit einem Programm, das ich so seit einem Jahr nicht mehr erleben konnte. Wer geht denn auch bei 50 Grad wandern? Darjeeling war Entspannung pur – nicht für den Körper (bei den Höhenmetern und Temperaturen), aber definitiv für die Seele!

Aber zwei weitere spannende Orte standen ja noch bevor…

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